„Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig.“

Plätzchen backen, Geschenke kaufen, Wohnung schmücken. Bereite ich dem Herrn so den Weg? Ich würde sagen „Ja und nein“. Ja, weil Weihnachten einen Raum und seine Atmosphäre braucht. Nein, weil Weihnachten mehr als ein Raum und seine Atmosphäre ist. Ja, weil wir zum Weihnachtsfest die schönsten Räume mit den besten Gaben und den verlockendsten Düften füllen sollen. Nein, weil dann etwas fehlt. Den Weg für Advent und Weihnachten zu bereiten braucht mehr. Dieses Mehr ist für mich dort, wo das, was ich rieche, sehe und schmecke, einen tieferen Grund hat und nicht für sich selber steht. Wenn Plätzchen gebacken wer den, in der Freude über die Gemeinschaft, in der sie gegessen werden, und den Genuss, den sie schenken, dann ist das doch mehr als Backen. Ein Jammer und eine Last, wenn es allein darum ginge, in Hektik die Pflicht für das Fest zu erfüllen. Dieses Mehr ist für mich dort, wo das Geschenk für meinen Nächsten aus der Freude des Gebers kommt. Wer ist glücklicher? Der Beschenkte oder der Schenkende? Das ist nicht unbedingt zu unterscheiden. Die Freude über das gelungene Geschenk mag ebenso groß sein wie die des Beschenkten. Dieses Mehr ist da, wo ich meine Wohnung schmücke und der Schmuck Ausdruck meiner Freude über die Geburt Jesu ist. Weist der Stern an der Fensterscheibe mich nicht auf die Geburt Gottes in der Krippe hin? Das Äußere braucht das Innere. Die Form braucht den Inhalt. Ich bereite dem Herrn den Weg: backe Plätzchen, kaufe Geschenke und schmücke meine Wohnung. Das ist gut. Das finde ich toll. Das ist schön. Und wenn dies nicht für sich selber steht, sondern auf etwas Größeres dahinter verweist, dann mag der Herr kommen. Vielleicht sogar gewaltig. 

Ihr Pfarrer Johannes Mack

Infoversammlung Pfarrplan / Gemeindehaus

Foto: Michael Kronenthaler

Der Kirchengemeinderat Gerhausen hatte Mitte Oktober zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Themen waren der Pfarrplan und die Situation Gemeindehaus. Dass Gerhausen im Zuge des neuen Pfarrplans seine Pfarrstelle verlieren soll, hatte in der Gemeinde für Aufregung gesorgt. Dekan Frithjof Schwesig, Pfarrer Johannes Mack und Mitglieder des Kirchengemeinderats erläuterten die Situation. Rund 40 Gemeindeglieder nahmen die Gelegenheit wahr, sich aus erster Hand informieren zu können.

Zunächst stellte Dekan Schwesig anhand folgender Fragen noch- mals den Pfarrplan vor: Was ist ein Pfarrplan? Wer entscheidet darüber? Warum ist Gerhausen direkt betroffen? Kommt Gerhausen zukünftig zu kurz? Der Pfarrplan ist eine Reaktion auf die schwindende Anzahl der Gemeindeglieder und der weniger werdenden Pfarrer in der Württembergischen Landeskirche. Durch den Pfarrplan soll erreicht werden, dass die Pfarrstellen zukünftig gleichmäßig verteilt werden und dass vor allem auch noch im ländlichen Raum die Pfarrstellen be- setzt werden können. Die Landessynode beschloss vor einiger Zeit die Maßnahmen, die nun vor Ort umgesetzt werden sollen. Im Kirchenbezirk Blaubeuren müssen drei Pfarrstellen gestrichen werden. Ein zehnköpfiger Ausschuss des Kirchenbezirks, bestehend aus Dekan, Pfarrern und Kirchengemeinderäten haben nun einen Vorschlag erarbeitet, der Gerhausen in besonderer Weise betrifft. Dabei soll die 50 Prozent Pfarrstelle in Blaubeuren und die 75 Prozent Pfarrstelle in Gerhausen entfallen. Die 25 Prozent Krankenhausseelsorge, die mit der Gerhauser Pfarrstelle verknüpft ist, werden der Pfarrstelle Herrlingen zugeteilt. Künftig soll die Pfarrstelle 2 in Blaubeuren für Gerhausen, Weiler und Teile von Blaubeuren zuständig sein. Diese hat dann rund 1600 Gemeindeglieder. Der Ausschuss hat Kriterien festgelegt, anhand denen die Entscheidung gefallen ist. Dabei spielten etwa die Anzahl der Gemeindeglieder eine Rolle, es wurde Wert auf volle Pfarrstellen gelegt, da diese eher besetzt werden können. Gerhausen hat derzeit nur noch rund 660 Gemeindeglieder. Anhand der Erstellung einer Geschäftsordnung für die künftige neue Pfarrstelle, soll es zu einer gerechten Aufteilung zwischen den drei betroffenen Kirchengemeinden kommen. Die Kirchengemeinde Gerhausen wird wie Weiler eigenständig bleiben, d.h. mit eigenem Kirchengemeinderat, Kirchenpflege und Gemeindebüro. Nach den Ausführungen des Dekans kam es zum Austausch. Es wurde angeregt, dass der zukünftige gemeinsame Pfarrer nach Gerhausen ins Pfarrhaus ziehen könnte. Es wurde seitens des Dekans betont, dass der Pfarrplan erst dann umgesetzt werden wird, wenn Pfarrer Mack gehe. Spätestens 2024 müsse der Pfarrplan jedoch umgesetzt sein. Der Kirchengemeinderat Gerhausen hat eine ablehnende Stellungnahme zum Pfarrplan abgegeben. Letztlich entscheidet die Bezirkssynode im November über die Umsetzung des Pfarrplans. Der Dekan rief dazu auf, sich auf die neue Situation einzustellen und sie vielleicht auch als Chance begreifen zu können.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um das Immobilienkonzept der Gemeinde. Pfarrer Mack erläuterte die Situation. Falls die Pfarrstelle, wie im Pfarrplan vorgesehen entfällt, wird das Pfarrhaus nicht mehr gebraucht. Daraus ergeben sich nun drei Möglichkeiten für ein neues Gemeindehaus:

1. Das Volksbankgebäude wird, wie bisher geplant, umgebaut, mit zusätzlichem Einbau eines Pfarr- büros und einer Registratur.
2. Umbau und Ausbau des Pfarrhauses
3. Gemeinsames Projekt mit der bürgerlichen Gemeinde (Dorfgemeinschaftshaus)
Der Kirchengemeinderat wird sich, so bald konkrete Zahlen für die einzelnen Möglichkeiten vorliegen, nochmals mit der Materie beschäftigen und unter Berücksichtigung aller wichtigen Fragen eine Entscheidung treffen. 

Michael Kronenthaler

Aus dem KGR

Stichwort „Immobilien“

In seiner Sitzung am 14. November 2017 diskutierte der KGR die bei der Info-Veranstaltung vorge- stellten Varianten zum Thema „Gemeindehaus“. Dazu lagen dem Gremium Berechnungen von Sei- ten der Architektin Ilse Döring vor. Frau Döring ist Teil der „Integrierten Beratung“ von Seiten des Oberkirchenrats. Beraten werden hier Kirchengemeinden bei Strukturveränderungen und Immobilienkonzeptionen. Die Berechnungen von Frau Döring ergaben, dass sowohl der Umbau des Pfarrhauses einschließlich Generalsanierung und Saalanbau, als auch ein Abbruch des Pfarrhauses und ein Neubau an der dortigen Stelle, nicht vorstellbar sind. Auch wenn diese beiden Möglichkeiten von daher nun unberücksichtigt bleiben, war es dem Kirchengemeinderat wichtig, diese aufgrund der der möglichen Aufhebung der Pfarrstelle Gerhausen zu prüfen. In weiteren Beratungen wird nun einerseits der Blick auf dem Kauf und dem Umbau der ehemaligen Volksbankfiliale liegen, und andererseits auch weiterhin über eine Kooperation mit der Kommune nachgedacht. Hierbei halten wir Sie gerne auf dem Laufenden.

Für den Kirchengemeinderat, Johannes Mack, Pfarrer 

 

Neu im KGR

Foto: Christina Länge

Mein Name ist Christina Länge. Ich bin 47 Jahre alt und wohne seit 18 Jahren mit meinem Mann und unseren vier Kindern in Gerhausen. Ich arbeite als Lehrerin in der Grundschule Berghülen. Mit meiner Familie gehe ich gerne klettern, wandern und Ski fahren. Am 8. Oktober wurde ich als Nachfolgerin von Elisabeth Schüle als Kirchengemeinderätin eingesetzt. In der Kirchengemeinde habe ich bisher in der Krabbelgruppe, bei Konfi 3, bei Krippenspielen und Kinderbibeltagen mitgearbeitet. Gerne möchte ich mich weiterhin für die Kirchengemeinde Gerhausen einsetzten. 

90 Jahre evangelische Kirche Gerhausen

Vor nun 90 Jahren, am Sonntag, den 4. Dezember 1927, wurde unsere Kirche eingeweiht. Das alte Kirchle auf dem Kirchenwöhrd war der Gerhauser Kirchengemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu klein geworden. Schon im Jahr 1900 wurde ein Baufonds eingerichtet und Geld gesammelt. Doch durch die Inflation und die Umstellung von der Mark auf die Rentenmark im November 1923 schmolz die angesparte Summe von mehreren zehntausend Papiermark auf nur noch 20 Rentenmark zusammen. Ein kolossaler Rückschlag. Aber die Gerhauser Kirchengemeinde gab nicht auf. Nach lebhaften Diskussionen, ob man das alte Kirchle vergrößern könne - ein Neubau an gleicher Stelle kam wegen zu hoher Kosten für die Gründung im feuchten Untergrund der Blauinsel nicht in Frage - wurde dann 1926 beschlossen, die neue Kirche auf dem Platz an der Schulstraße nach Plänen der Firma Klatte und Weigle zu bauen. Der erste Spatenstich erfolgte am 13. September 1926, Richtfest war am 11. Dezember und die Einweihung wurde dann am 2. Advent 1927 mit Prälat Dr. Hoffmann aus Ulm, Dekan Pfahler aus Blaubeuren und dem Ortspfarrer Albert von Jan gefeiert.

Heute steht unsere Kirche unter Denkmalschutz. Jörg Martin be- schreibt die Gerhauser Kirche als „schönes Beispiel für das Bemühen der Schule Theodor Fischers nach einem Ausgleich zwischen Tradition und Moderne“ und rechnet sie kunstgeschichtlich zur neuen Sachlichkeit. Die Umsetzung der neuen Ideen ermöglichte der neue Baustoff Beton. Nach einem neuen Verständnis der Liturgie sollte die Gemeinde stärker am Gottesdienst beteiligt werden. „Die Gemeinde sollte sich als Gemeinschaft vor dem Wort Gottes an Altar und Kanzel sammeln. Architektonisch suchte man die Einheit der Gemeinde durch einräumige, kubusförmige Kirchen zu erreichen. Nicht architektonische Details, sondern der Raum an sich sollte die entscheidende Wirkung auf den Besucher hervorrufen.“

Lisa Fülle schrieb in ihrem Beitrag zum Buch „900 Jahre Gerhausen“, dass die vom Künstler Walter Kohler (Fa.Neuffer und Sailer, Stuttgart) gestalteten Fenster im Chor der Kirche von Kirchenbesu- chern als besonders eindrucksvoll und schön empfunden werden. Es lohnt sich, wieder einmal unsere Kirche zu besuchen und bewusst den Raum auf sich wirken zu lassen und auch im Anschluss an den Gottesdienst zum Chor vorzugehen und die außergewöhnlichen Glasfenster genauer zu betrachten.

Angela Söll

Quellen: 900 Jahre Gerhausen und die Fest- schrift zu 70 Jahre Martin-Luther-Kirche Gerhausen

Neues aus der Gemeinde

 

Kinderkirche

In der Kinderkirche müssen wir zum neuen Jahr leider zwei der vier Mitarbeiterinnen verabschieden. Catharina Autenrieth und Julia Striebel ist es aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht mehr möglich, dieses Ehrenamt weiter fortzuführen. Wir sagen an dieser Stelle herzlichen Dank für allen Einsatz und alles Engagement bei dieser wichtigen und grundlegenden Arbeit in unserer Kirchengemeinde. Aufgrund dieser Veränderungen sind wir nun natürlich mehr denn je auf der Suche nach Menschen, die sich vorstellen können, in der kirchlichen Arbeit mit und für Kinder tätig zu sein. Gerne können Sie sich bei Fragen und für nähere Infos ganz ungezwungen mit dem Pfarramt in Verbindung setzen.

Kirchenchor

Beim Gottesdienst zum Buß- und Bettag tat der Kirchenchor Gerhausen seinen letzten Dienst in der bisher bestehenden Form. Nachdem die Anzahl der Sängerinnen im Laufe der Jahre stark zurückging und die Proben teilweise nur mit vier Personen durchgeführt werden konnten, entschloss man sich zu diesem Schritt. Wir sagen DANKE an alle, die die Chorarbeit in vielen Jahren aktiv oder passiv unterstützt haben. Von denen, die bis zuletzt dabei waren sei an dieser Stelle besonders Frau Annelise Ling erwähnt, die in diesem Jahr ihr 35 jähriges Sängerinnen-Jubiläum hatte. Danke an Herrn Rienau, der den Chor zuletzt mit seiner feinen und liebevollen Art geleitet hat. In Zukunft ist es vorstellbar, bei einzelnen Anlässen oder zu besonderen Zeiten im Kirchenjahr, der Chormusik in unserer Gemeinde in Form von Projekten weiter einen Raum zu geben. Bei Interesse melden Sie sich gerne. 

Erntedank

Fotos: Angela Söll

Wer menschlich handelt, liebt und teilt, wer schützt und Aufmerksamkeit schenkt, der ist wie ein Paradies auf Erden inmitten der Dürre und Kälte. Gott misst unserem Tun Bedeutung bei. Lassen wir unser Leben nicht verkommen, sondern machen wir es fruchtbar, und danken wir unserem Schöpfer nicht nur für Korn und Brot, sondern für die Gabe Mensch, in der viel Gutes steckt!

Barbara Manterfeld-Wormit 

Vortrag Dr. Gerhard Maier

Foto Michael Kronenthaler

In der gut gefüllten evangelischen Kirche in Gerhausen hielt Herr Maier seine Vortrag „Gottes Plan mit der Welt“.

Seine Ausführungen waren in die drei Abschnitte Schöpfung, Erlö sung, Zukunft der Welt aufgeteilt.

1. Gottes Plan mit der Schöpfung Wir Christen glauben, dass ohne Gott die Welt nicht zu erklären ist, es muss ein planendes Denken hinter der Schöpfung stehen. Bis heute können wir die Wunder der Schöpfung sehen, denken wir zum Beispiel nur an das Wasser, das die Grundlage unseres Lebens ist.

2. Gottes Plan mit der Erlösung Mit dem Sündenfall kommt der Tod, das Leid in die Welt. Gott möchte durch alles im Leben uns ihm näher bringen, auch wenn wir vieles nicht verstehen können. Unser altes Leben muss in Jesus am Kreuz sterben, unser neues mit ihm auferstehen.

3. Gottes Plan mit der Zukunft der Welt
In unserer alten Welt gibt es nichts zum Ausbessern, es braucht eine neue Welt. Wie es in der Offenbarung steht - „Siehe ich mache alles neu“ -, will Gott eine neue Welt für uns Menschen schaffen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch den Kirchenchor umrahmt.

Michael Kronenthaler