Andacht

Straßenkreuze
Oft unerwartet hinter der nächsten Kurve fallen sie mir in den Blick. Blumen, ein Kerzenlicht, manch- mal ein Foto. Dieses Kreuz mar kiert anklagend den Ort, an dem das Leben jäh sein Ende fand. Es ist ein stummer Aufschrei gegen Leid und Ungerechtigkeit. Wenn ich es zulasse, höre ich diesen Aufschrei innerlich und spüre, wie er sich bei mir niederschlägt.
Wegkreuze
Als Wanderer oder Fahrradfahrer laden sie mich ein zum Anhalten und Innehalten. Oft steht eine Bank davor oder daneben, um sich zu setzen. Häufig stehen sie am Weg vom Dorf hinaus auf Feld und Wiesen. Also dort, wo ich den relativ sicheren und geschützten Raum des Dorfes verlasse und hinaus gehe in den, v.a. nach früherem Empfinden, ungeschützteren Raum der Natur.

Das Kreuz Jesu
Ob Straßen- oder Wegkreuze - im Hintergrund steht beide Male das Kreuz Jesu. Das Kreuz, das mich an das Leiden und Sterben Jesu erinnert. Gott selbst verbündet sich mit den Menschen dieser Welt, ihrem Leid und der Ungerechtigkeit. Gott geht der Auseinandersetzung nicht aus dem Weg, sondern gibt sich dieser hin und lädt unter seinem Kreuz ein, innezuhalten und zu spüren: Gott hält mit mir aus.

Straßenkreuze und Wegkreuze wollen mich an dieses Kreuz Jesu erinnern und lassen mich nachdenken über die Kreuze, die Menschen tragen. Das Kreuz Jesu und den Karfreitag nicht vergessen zu wollen heißt auch, das Leid der Menschen in dieser Welt nicht zu vergessen. Unter dem Kreuz Jesu wird mein Han deln, mein Reden, mein Lebensstil in Frage gestellt. Bereiche, in denen ich - ob ich will oder nicht - schuldig werde. Das Kreuz Jesu stellt mich in die Verantwortung das zu befördern, was dem Leben dient, solange und sofern ich in der Lage dazu bin.

Und das Kreuz Jesu eröffnet mir einen Weg, den ich weitergehen darf. Einen Weg, der über die Endlichkeiten und die Verletzlichkeit des Lebens hinausführt. Jesus sagt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Eine Welt, in der lebensechte und ehrliche Begegnungen weniger werden ist eine Welt, die das Leben nicht befördert.

Leben und die Auferstehung zum Leben geschehen im Heute gerade da, wo ich mein Denken und meine Gesinnung in den Blick nehme, sie immer wieder ausrichte am Geschehen von Kreuz und Auferstehung und mich so der Auseinandersetzung Gottes mit seiner Welt nicht entziehe. Mögen mich die Kreuze auf meinen Wegen daran erinnern.

Gute Tage wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Johannes Mack

Wort der Landesbischöfe

Liebe Gemeindeglieder in Baden und Württemberg,

Am 1. Advent 2019, wählen Sie die Kirchengemeinderäte und Kirchenältesten in Ihrer Gemeinde; in Württemberg dazu noch die Mitglieder der Landessynode. Unseren Landeskirchen ist diese demokratische Beteiligung durch Wahlen und in den Leitungsgremien ein besonderes Anliegen.

Bevor die Kirchenwahlen stattfin- den, suchen die Gemeinden Kandidierende für diese wichtigen Ämter.

Rund 15.000 Menschen bringen derzeit als Kirchengemeinderäte und Kirchenälteste ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit ein, um die Gemeinden vor Ort zu leiten. Erst durch sie werden Leben und Wirken in unseren knapp 2.300 Kirchengemeinden in Baden und Württemberg in ihrer Vielfalt möglich. Viele von ihnen stellen sich erneut für das Amt zur Verfügung.

Vielleicht können auch Sie sich vorstellen, zu kandidieren. Oder Sie überlegen sich als amtierende Älteste oder Kirchengemeinderäte, Andere anzusprechen. Menschen mit unterschiedlichen Gaben, mit kreativen Ideen und eigenen Vorstellungen von Kirche. Wie es schon im Neuen Testament beschrieben ist: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.“ (1. Korinther 12,4).

Wir freuen uns sehr, wenn Sie bereit sind, sich für unsere Kirche und den christlichen Glauben vor Ort einzusetzen!

Und wir laden Sie ein, am 1. Advent 2019 von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Wählen Sie – und unterstützen Sie damit Ihre Kandidaten und Gemeinden.

Mit herzlichen Segenswünschen Ihre

Jochen Cornelius-Bundschuh Frank Otfried July

Quelle: www.kirchenwahl.de

Bibelwoche

Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler

Auch in diesem Jahr gab es in Gerhausen wieder eine Bibelwoche. An drei Abenden beschäftigten sich rund zwanzig Gemeindemitglieder mit dem Philipper-Brief. Pfarrer Mack meinte, der Philipper -Brief sei ein Brief aus dem Knast und setzte ihn in Kontext zu anderen Briefen. Es wurden Auszüge aus Briefen des Theologen Dieterich Bonhoeffer und des Journalisten Deniz Yücel vorgelesen, die wie Paulus aus dem Gefängnis geschrieben haben. Ein Grundmotiv des Philipper-Briefes ist die Freude (Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freut euch! Phil.4,4). Paulus empfindet sie trotz Gefangenschaft durch den Glauben an Christus. Paulus drückt seine Freude über die Gemeinschaft aus, die er in der Gemeinde erlebt, sowie an der Verkündigung des Evangeliums oder auch am Leiden, durch das er in besonderer Weise Jesus nachahmt oder nachfolgt. Er ruft die Christen dazu auf, es ihm gleich zu tun und zu Nachahmern oder Nachfolgern Christi zu werden. Dekan Schwesig nannte den Philipper-Brief einen Mutmachbrief. Es sei der emotionalste und per- sönlichste Brief von Paulus. Auf einem Bild von Rembrandt mit dem Titel „Paulus im Gefängnis“, be- gegnet dem Betrachter ein in sich gekehrter Paulus. Im Gefängnis habe sich Paulus sicher auch mit seinem Sterben auseinander gesetzt, Bilanz gezogen und sich gefragt, was noch zu tun sei. Er tröste und ermutige die Christen in Philippi. Paulus rufe zur Freude und Liebe auf. Und auch dazu, ein Leben im Geist Christi zu führen, das sich an der Güte/Milde oder dem inneren Frieden zeige. Oder darin, dass die Sorgen nicht die Oberhand gewönnen. Paulus rufe auf, ein tugendhaftes Leben zu führen, so wie er selber es vorgelebt habe. Das Christuslied oder der bekannte Hymnus aus dem Philipperbrief zeige in eindrücklicher Weise, wie Jesus den Weg nach unten gegangen sei. Der von göttlicher Gestalt war, der ging den Weg bis zum Tod am Kreuz. Aber Gott habe ihn wieder emporgehoben. Paulus ahmte in seinem eigenen Leiden den Weg Christi nach und hoffte darauf, wie Christus mit seinem Tod wieder von Gott empor gehoben zu werden. Das sei auch unsere Hoffnung als Christen, führte Dekan Schwesig aus.

Margot Autenrieth-Kronenthaler

Wir gatulieren

Foto Johannes Mack

Am 1.April 1994 begann Frau Bux bei Pfarrer Schneckenburger ihren Dienst als Pfarramtssekretärin der Kirchengemeinde Gerhausen. Zum 25jährigen Jubiläum überreichte Pfr. Johannes Mack Blumen im Namen der Kirchengemeinde. Wir gratulieren Frau Bux und wünschen ihr für die kommenden Jahre Kraft, Freude und Motivation bei ihrem Tun.

Weltgebetstag

Unter dem Motto: „Kommt, alles ist bereit!“ fand am 1.März der diesjährige Weltgebetstag in der katholischen Kirche St. Bernadette statt. Die Liturgie kam diesmal aus Slowenien. Rund 30 Frauen feierten zusammen Gottesdienst. Bei einem gemütlichen Ausklang wurden interessante Gespräche geführt und leckere slowenische Spezialitäten verspeist.

Orangenaktion des EJW

Wie alle Jahre wieder organisierte das Evangelische Jugendwerk auch 2018 den Verkauf von Orangen. Unsere Gemeinde hat sich an dieser Aktion beteiligt. Herr Oliver Wenzel verkaufte am Adventsnachmittag jede Menge Orangen. So kam eine Summe von 227 Euro zusammen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die Orangen gekauft haben.

Neues aus der Kinderkirche

Im Februar fand die Kinderkirche zum ersten Mal an einem Sams- tag von 10-12 Uhr statt. Gemein- sam ging es mit „Kennenlernen“, Singen und einer Geschichte von Petrus los. Bei einem kleinen Frühstück genossen wir, was der gedeckte Tisch hergab und freuten uns wei ter an unserem Miteinander. Da das Wetter mitspielte, war anschließend Zeit für Spiel und Spaß an der frischen Luft, bevor wir abschließend drinnen noch gemeinsam bastelten. Aus Sicht der Mitarbeitenden (und wohl auch der Kinder ) waren es sehr schöne zwei Stunden, die kurzweilig und unterhaltsam vorüber- gingen. Die Entscheidung, es mit dem Samstag zu versuchen, hat sich vorerst als gut erwiesen. Auch beim Treffen im März nahmen über zehn Kinder das Angebot an. Natürlich ist es auch ein bisschen schade, dass dadurch der Sonntag als eigentlicher Tag der Kinderkirche aufgegeben wurde und zudem die Kinder nicht gemeinsam mit den Erwachsenen im Gottesdienst starten. Vielleicht klappt es, dass Kinder und Erwachsene sich dennoch immer wieder auch mal sonntags im Gottesdienst begegnen. Nach wie vor sind wir auf der Suche nach Menschen, die bereit wären, einmal im Monat einen Vormittag mitzugestalten und durchzuführen. Im April finden die Kinderbibeltage statt und die nächste Kinderkirche ist dann wieder im Mai, genauer gesagt am Samstag 25. Mai, 10- 12 Uhr!

Herzliche Grüße von den Mitarbeitenden der Kinderkirche!

Das neue schwarze Parament

Foto Margot Autenrieth-Kronenthaler

Die Vorderseite ist schwarz und hellt sich nach oben etwas auf. Um eine Längsstruktur zu erschaffen, ist die Kette in Bahnen gefärbt. Es wurde fast die gleiche Farbe verwendet, aber mit leichten Absätzen. Dieser Eindruck von „Gemäuer“ mündet oben in „Lichterflecken“, die man als beleuchtete Fenster verstehen kann. Die weiße Lilie ist die Blume der Reinheit und Unschuld: Sie wird bei Geburten, wie auch bei Beisetzungen verwendet. Der Betrachter hat, wie auch schon beim grünen Parament, einen klaren optischen Bezug zu einem Symbol. Die Form der Blüte ist leicht an ein Kreuz angelehnt. Das „Aufhellen" der Farben nach oben wird durch eine weiße Kante unterbrochen. Diese Kante ist ausgefranst, verliert an Kontur, löst sich etwas auf und kann so auch mit dem menschlichen Altwerden in Verbindung gebracht werden. Die Anordnung der Farben, der Lichterflecken und der weißen, brüchigen Linie sind ein vages Abbild des Schmetterlingsflügels eines „Trauermantels“.Der Betrachter ist mit dem Thema der Trauer konfrontiert, findet aber auch wieder Ansätze zu lichteren Gedanken.

Lina Andrea Dippel

Chorprojekt

Das Chorprojekt unter der Leitung von Sophia Kronenthaler bei der Aufführung in der letzten Adventszeit. Foto Michael Kronenthaler

Seit geraumer Zeit gibt es immer wieder ein Chorprojekt in unserer Gemeinde. Dabei werden einige Lieder für einen bestimmten Gottesdienst eingeübt. Es gibt jeweils nur rund vier Probentermine, da die Lieder normalerweise relativ einfach zu singen sind, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält. Auch weniger geübte SängerInnen können sich trauen hier mitzumachen und sind herzlich willkommen. Angela Failing-Striebel und Marianne Söll organisieren die jeweiligen Projekte, die normalerweise im Abstand von mehreren Monaten stattfinden. Die DirigentInnen und Anzahl der SängerInnen wechseln, je nachdem wer Zeit hat. Der Projektchor trifft sich im Gemeindehaus zur Probe. Mit Flyern, in den Abkündigungen im Gottesdienst oder im Blaumännle wird jeweils auf das kommende Projekt aufmerksam gemacht.

Margot Autenrieth-Kronenthaler

Frauenmahl in Blaubeuren

Foto Margot Autenrieth-Kronenthaler

„Frauen.Macht.Kirche“ lautete das Motto des Frauenmahls in der Klosterkirche in Blaubeuren. An- lässlich des 100-jährigen Beste- hens der Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW) hatten sich an die 170 Frauen aus der ganzen Prälatur Ulm in Blaubeuren ver- sammelt. Die Region war stark vertreten, etliche Frauen hatten jedoch eine weite Anfahrt auf sich genommen und kamen aus Ravensburg, Biberach oder Göppingen. Die EFW lassen sich mit dem „Frauenmahl“ von Luthers Tischreden inspirieren und greifen so die Idee des gemeinsamen Essens und einer Unterhaltung über aktuelle Fragen auf. Blaubeuren war die Auftaktveranstaltung, in den drei anderen Prälaturen der Landeskirche wird ebenfalls noch ein Frauenmahl gefeiert. Zwischen den Gängen eines viel ge- lobten vegetarischen Menüs aus der Seminarküche erfolgten thematische Impulse anhand von Kurzvorträgen. Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm würdigte die Arbeit der Frauen, auf deren Schultern das gewachsen sei, was man bis heute erreicht habe. Iris Mann, Kulturbürgermeisterin aus Ulm, beleuchtete die Geschichte der Frauen in politischer Hinsicht. Die Langenauer Pfarrerin Rebekka Herminghaus ist Fachfrau für den interreligiösen Dialog. Sie berichtete von ihren Erfahrungen aus der arabischen Welt. „Was wissen wir von unserer muslimischen Nachbarin?“, fragte sie die anwe- senden Frauen. Die diskutierten in Zehnertischen über die Impulse und so manches spannende Gespräch entwickelte sich zwischen den einzelnen Gängen. Eine kleine Ausstellung zeigte, was sich in der Kirche in den letzten 100 Jahren in der Frauensache bewegt hat. Sehr anschaulich waren Kleider, die typisch für bestimmte Dekaden während dieser Zeit waren, aber auch etwas mit Glaube und Kirche zu tun hatten. Da gab es einen Frauentalar zu sehen, eine Diakonissentracht oder ein Tuch, das muslimische Frauen tragen. Siebzig Frauen ließen sich zum Abschluss noch den Hochaltar und das Seminar zeigen. Die Seminaristinnen hatten die Veranstaltung musikalisch umrahmt, die Seminaristen samt Ephorus Henning Pleitner hatten den Service übernommen. „Mal umgekehrt, das finde ich sehr schön“, meinte eine Teilnehmerin. 

Margot Autenrieth-Kronenthaler