„Als es aber Morgen war... (Johannes 21,4)“

Foto: Johannes Mack

Ich sitze in diesen Tagen und Wochen vor Ostern immer wieder in unserer leeren Kirche. Mein Blick wandert zwischen den beiden hinteren Chorfenstern hin und her. Er verweilt auf dem Bild der Kreuzigung links. Dann wandert er nach rechts zum Bild des Auferstandenen und verweilt auch dort für unbestimmte Zeit. So wandert mein Blick in der Stille des Kirchenraumes ein paar Mal hin und her. Er wandert von der Darstellung der Bedrohung, des Leides und des Todes hinüber zum Bild des Lebens und der Auferstehung und wieder zurück. Es ist wie im Leben, denke ich: Mal steht mir das eine, mal das andere mehr vor Augen. Und in seiner Reinform ist wohl weder das eine noch das andere da. 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Krankheit, Tod und die Bedrohung des Lebens sind mit dem ersten Ostermorgen nicht gewichen. Damit umzugehen ist Herausforderung eines jeden Menschenlebens - gerade für Christen, in deren Tradition, Glaubens- und Lebensgefühl dies stets mitbedacht sein will. Zugleich sind wir es, die dabei die Möglichkeiten des lebendigen Gottes mit im Blick haben. Möglichkeiten, die über das Vergängliche und Gegenwärtige hinausschauen. Möglichkeiten, die wie Sonnenstrahlen der Hoffnung in mein Hier und Jetzt hineinscheinen. Wie die Sonne doch täglich neu aufgeht, so ist auch die ewige Barmherzigkeit Gottes alle Morgen neu (Klagelieder 3,22+23). Das Osterfest 2020 wird anders sein, als ich es in Zeiten vor dem „Corona Virus“ angenommen hatte. Keine Auferstehungsfeier auf dem Friedhof. Kein Gottesdienst mit dem österlichen Gruß „Der Herr ist auferstanden“. Kein Chorus „Christ ist erstanden“. Kein Osterspaziergang im Kreis der Familie in gewohnter Weise. Es könnte sich die Frage stellen: Ostern 2020 absagen oder verschieben, so wie in diesen Tagen andere Veranstaltungen in unserer Kirche, Gemeinde und dem öffentlichen Leben? Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. So entschied im Jahr 325 das Konzil von Nicäa nach einem Streit um den Ostertermin. Ostern zu verschieben oder gar abzusagen, wäre für mein Empfinden aufgrund dieser guten Tradition befremdlich.Die Bibel erzählt vom Osterwunder als einem morgendlichen Ereignis. In der Frühe des Tages gehen die Frauen zum Grab und finden Jesus auferstanden (Mk 16,2ff). Im Morgengrauen begegnen die Jünger dem Auferstandenen am Ufer des Sees (Joh 21,4). Überhaupt ist der Morgen eine Zeit voller Wunder. Es ist die Stunde der Hilfe Gottes (Ps. 46,6) und die Stunde der Freude nach einem Abend des Weinens (Ps. 30,6). Ostern beginnt seine Wirkung in den frühen Morgenstunden zu entfalten. Eine Zeit, in der die Nacht weicht und ein neuer Tag beginnt. Eine Zeit der Wende von der Finsternis zum Licht, der Wende vom Tod zum Leben. Wenn Ostern ein morgendliches Ereignis ist, könnte dann nicht der Morgen überhaupt eine Wende von der Nacht zum Tag, von der Finsternis zum Licht sein, und damit eben ein Ostermorgen für mich sein? Eine Zeit der Gnade und Hoffnung für den neuen Tag und das Leben? Ostern 2020 - wie genau es sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Ob und wie wir es als Kirche und Gemeinde miteinander gestalten können, ist momentan nicht absehbar. Doch absagen lässt es sich nicht. Und deshalb will ich versuchen ihm auch dieses Jahr Raum zu geben und es zu feiern. Eine Freude wäre es, wenn Sie es ebenfalls tun.

Gott befohlen! Ihr Pfarrer Johannes Mack

KGR

Foto: M. Autenrieth-Kronenthaler

Foto: M. Autenrieth-Kronenthaler

Am 19. Januar wurden in unserer Gemeinde die neuen Kirchengemeinderätinnen und - räte in ihr Amt eingesetzt. Da keine neuen Mitglieder für dieses Ehrenamt gewonnen werden konnten, wurden Christina Länge, Angela Söll, Joachim Striebel und Michael Kronenthaler im Gottesdienst von Pfarrer Mack neu verpflichtet. Drei Mitglieder verließen das Gremium und wurden von ihrem Amt entpflichtet.

Bernhard Merkle war seit 1989 Kirchengemeinderat in Gerhausen und hatte sein Amt angetreten, als Pfarrer Seyboth in Gerhausen war. Insgesamt hat Bernhard Merkle in seiner Amtszeit mit fünf Pfarrern und einer Pfarrerin gearbeitet. Sechs Jahre war er Vorsitzender des KGRs. Er erlebte noch, wie das Gemeindehaus in der Unteren Buchhaldenstraße vollends durch Schuldenabbau finanziert wurde. Gleichzeitig trug er die Entscheidung mit, dieses Gemeindehaus zugunsten des Volksbank-Gebäudes neben der Kirche zu verkaufen. „Es war eine schwierige aber notwendige Entscheidung, das alte Haus herzugeben. Aber die günstige Lage neben der Kirche hat mir diese Entscheidung erleichtert“, sagt er. Es habe viel Belastendes in der Zeit gegeben, wie etliche Baustellen und Renovierungen, die schwierig zu finanzieren gewesen seien. „Es war aber schön, bei den Gemeindefesten zu erleben, dass unsere Arbeit gut aufgenommen wird. Auch die vielen Kontakte zu den Gemeindegliedern und im Gremium will ich nicht missen“, resümiert der 65jährige. Pfarrer Mack überreichte Bernhard Merkle im Namen von Landesbischof Otfried July die Johannes- Brenz-Medaille in Bronze als Anerkennung für 30 Jahre Kirchengemeinderat. 

Günter Autenrieth wurde 1995 zum ersten Mal in den KGR gewählt. Er arbeitete 24 Jahre im Gremium mit, davon 18 Jahre als Vorsitzender. In dieser Funktion hatte er viele Aufgaben bei den häufigen Pfarrerwechseln und den damit verbundenen Vakaturen zu bewältigen. Auch die vielen Renovierungen und Baustellen habe er teils als belastend empfunden. „Am Beginn meiner Amtszeit hat sich mit Ein- führung der Budgetierung alles nur noch ums Geld gedreht. Die Haushaltspläne mussten mit Rücklagen ausgeglichen werden“, erinnert er sich. Den Gemeindehaus- Verkauf und Neukauf des Volksbank-Gebäudes beurteilt er als schwierig, jedoch notwendig. Wichtig waren für Günter Autenrieth die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Verkündigung der christlichen Botschaft. „Insgesamt hat es Spaß gemacht im Gremium zusammen etwas gestalten zu können. Es sind schöne Kontakte in unserem Gremium und auch innerhalb der Kirche, etwa zur Verwaltungsstelle entstanden“, zieht der 58jährige Bilanz. 

Oliver Wenzel war zwölf Jahre im KGR. Er kümmerte sich um die Beziehung zum ejw und arbeitete bei den Konfi-Freizeiten mit. Auch betreute er die Internetseite der Gemeinde oder übernahm haus- meisterliche Tätigkeiten wie das Mähen des Kirchengartens. 

Walter Merkle wurde als beratendes Mitglied des KGRs verabschiedet. Er war, nachdem sich 2015 die Methodistische Gemeinde in Gerhausen aufgelöst hatte, mit anderen Mitgliedern der Methodistischen Kirche in unsere Gemeinde gewechselt. Er nahm an den Sitzungen des KGRs teil und hat viele Aufgaben in der Gemeinde wahrgenommen. Auch gehört er zum Mesnerteam in der Gemeinde.

Pfarrer Mack bedankte sich im Namen der Gemeinde mit Blumen und Büchern. Er wünschte den scheidenden Gremiumsmitgliedern, dass sie nun mehr Zeit mit ihren Familien verbringen können.

M. Autenrieth-Kronenthaler 

Aus dem KGR

Der neue Kirchengemeinderat hat sich im Februar zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Neben Pfarrer Johannes Mack als 1. Vorsitzenden gehören ihm die gewählten Vertreter Joachim Striebel, Angela Söll, Christina Länge und Michael Kronenthaler so wie die Kirchenpflegerin Angela Dispan-Mack an. Als 2. Vorsitzender (Laienvorsitzender) wurde Joachim Striebel einstimmig vom Gremium ge- wählt. Michael Kronenthaler wird wie bisher die Kirchengemeinde Gerhausen in der Bezirkssynode vertreten. Kinder- und Jugendbeauftragte ist Christina Länge, für das Gustav-Adolf-Werk wird Joachim Striebel zuständig sein. Dem beratenden Bauausschuss gehören wie schon zuvor Joachim Striebel, Günter Autenrieth, Walter Merkle und Angela Dispan-Mack an. Ein kleiner Arbeitskreis will Leben in das neu umgebaute Gemeindehaus bringen und dort etwa im monatlichen Rhythmus Veranstaltungen anbieten. Der Arbeitskreis besteht bisher aus Marianne Söll, Margot Autenrieth-Kronenthaler und Joachim Striebel.

Die Umbauarbeiten am Gemeindehaus sind nun zu einem Großteil abgeschlossen. Mit Redaktionsschluss stehen v.a. noch Schreinerarbeiten aus, die aber in der Woche vor Palmsonntag abgeschlossen sein sollen. Im Laufe der Umbauarbeiten hat der Kirchengemeinderat noch darüber be- raten und beschlossen, einen Beamer an der Decke im Saal zu installieren, der mit zwei Aktivboxen und Mikrofon eine „Lautsprecheranlage“ bereithält. Bis auf das Pfarrbüro ist inzwischen auch das Inventar ins Gemeindehaus umgezogen. Vielen Dank allen Helferinnen und Helfern, die beim Umzug geholfen haben! Das Pfarrbüro soll bis Ostern folgen. Der Weltgebetstag am 6.März war die erste Veranstaltung im umgebauten Gemeindehaus. Die für den 5. April geplante Einweihung- musste aus bekannten Gründen abgesagt werden. Über die Rahmenbedingungen für die Nutzung des Gemeinde- hauses für private Feiern und Veranstaltungen anderer Träger als der Kirchengemeinde, ist der KGR momentan noch in Beratung. Nun hoffen wir, dass wir den Abschluss der Umbauarbeiten und die Ein- weihung der neuen Räume bald möglichst durchführen können. Sobald ein Termin und der Rahmen für diese Feierlichkeit feststehen, werden wir Sie umgehend darüber informieren.

M. A.-Kronenthaler / Johannes Mack 

Bibelwoche

Foto: M. Autenrieth-Kronenthaler

Foto: M. Kronenthaler

Bei der diesjährigen Bibelwoche anfangs Februar ging es um Texte aus dem 5. Buch Mose, dem Deuteronomium. Zwischen 20 und 30 Besucher kamen jeweils an den drei Abenden ins Alte Kirchle. Schuldekan Thomas Holm aus Ulm gestaltete den ersten Abend, bei dem er zunächst einen Überblick über die ersten fünf Bücher Mose gab. Der Text, der an diesem Abend im Mittelpunkt stand, war die Er- zählung über den Tod Mose. Nach der vierzig Jahre andauernden Wüstenwanderung des Volkes Israels steigt Mose auf den Berg Nebo. Er darf ins Gelobte Land sehen, aber er darf es nicht mehr betreten. Es wird berichtet, dass Moses auf dem Berg stirbt und von Gott begraben wird. Schuldekan Holm meinte, wir könnten aus dieser Geschichte folgendes lernen: „Der Mensch muss loslassen lernen. Nicht alles im Leben geht in Erfüllung, das gehört zum Menschsein dazu.“ Er forderte die Teilnehmer auf, über die Fragen nachzudenken, „Wo müssen, mussten wir lernen loszulassen? Welche Wünsche gingen bei uns nicht in Erfüllung?“ Mose ist nicht gescheitert, seine Aufgabe war erfüllt, er hatte den Mut loszulassen und sein Amt Josua zu übergeben. Nicht alles hängt an einer Person. Es gilt, sich nicht auf Menschen zu verlassen, sondern auf das geschriebene Wort Gottes, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Mit Dekan Frithjof Schwesig beschäftigten sich die Besucher mit den zehn Geboten, die bekanntlich zwei Mal im Alten Testament aufgeschrieben sind. Im Buch Exodus und im Deuteronomium. Wenn beide Texte genau verglichen werden, dann fällt auf, dass sich einige Textstellen verändert haben. Grundsätzlich wollten die zehn Gebote nicht einengen, sondern sie zeigten, wie mit der geschenkten Freiheit umzugehen sei, dass ein gutes gesellschaftliches Miteinander gelinge, sagte der Dekan. In den ersten drei Geboten gehe es um das Verhältnis Gott-Mensch, in den anderen um das soziale Miteinander. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen den zwei Texten beim 4. Gebot der Sabbatheiligung. Während es im älteren Exodus -Text aus der Schöpfung hergeleitet wird, wird es beim Text aus dem Deuteronomium aus der Erfahrung der ägyptischen Sklaverei abgeleitet. Die jüngere Generation habe nicht mehr selber die Sklaverei erlebt, deshalb soll am Ruhetag daran erinnert werden, er soll ein Gedenktag dafür werden. Mose habe das Gebot angepasst, weil sich die Gesellschaft verändert habe. „Mose hat das heilige göttliche Wort aktualisiert“, sagte Dekan Schwesig. Des- halb solle und dürfe es immer wieder neu interpretiert und ausgelegt werden, weil sich die Menschen und die Gesellschaft veränderten. „Die zehn Gebote halten uns einen Spiegel vor. Wir bemerken, dass wir oft scheitern und merken, dass wir Christus brauchen. Wir erkennen unsere Bedürftigkeit, die zehn Gebote treiben uns zu Christus hin“, so der Dekan.

Am letzen Abend stand die Treue zu Gott im Mittelpunkt. Die beiden Verse „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer. Und du sollst den Herren, deinen Gott lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ sind für die Juden von ganz besonderer Bedeutung. Pfarrer Johannes Mack betonte, dass unser Glauben aus dem Hören komme. Die Besucher überlegten sich Bibelworte, die ihnen selber wichtig geworden waren. Pfarrer Mack teilte dazu Zettel und Stifte aus um diese aufzuschreiben. Die Zettel wurden dann ausgelegt. Im behandelten Textabschnitt wird dem Volk Israel gesagt, wie wichtig es ist, dass Gottes Wort der nächsten Generation weitergegeben wird und es unter den Menschen bleiben soll, wenn es etwa als Zeichen auf die Hand oder auf die Pfosten des Hauses geschrieben werden soll. Wie können wir heute unseren Glauben weitergeben und das Wort Gottes unter uns lebendig halten? Seinen eigenen Glauben könne man etwa auch schon dadurch weitergeben, indem man von seinen Erfahrungen mit Gott erzähle, meinte Pfarrer Mack.

M. Autenrieth-Kronenthaler 

Weltgebetstag

Foto: M. Autenrieth-Kronenthaler

Der Weltgebetstag (WGT) ist die größte und älteste ökumenische Frauenbewegung weltweit. In mehr als 120 Ländern rund um den Globus wird am ersten Freitag im März gefeiert. Auch in Gerhausen wurde dieser Gottesdienst gemeinsam mit Frauen aus der katholischen Kirchengemeinde vorbereitet und gefeiert. Traditionell wird die Liturgie von Frauen des Landes gestaltet, welches im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht. In diesem Jahr war der Focus auf das afrikanische Land Simbabwe gerichtet. Das Motto lautete „Steh auf und geh!“ und war angelehnt an einen Text aus dem Johannesevangelium, bei dem Jesus zu einem Kranken dasselbe sagt. Die Frauen aus Simbabwe deuteten die Bibelstelle auf die Situation in ihrem eigenen Land. Aufstehen aus Gleichgültigkeit und Resignation, gegen Abhän- gigkeit, Benachteiligung und Ausgrenzung, für ein friedliches und solidarisches Miteinander, so dass es zu gesellschaftlicher und auch persönlicher Veränderung kommen kann. Die diesjährige Liturgie des WGT war durch viele schwungvolle und eingängige Lieder geprägt. Texte erläuterten die schwierigen Situationen, in der Menschen in Simbabwe leben. Anhand einer umfangreichen Bilderschau konnten die Besucherinnen das Land von allen Seiten her kennenlernen. Sie erfuhren viel über die wunder- bare Natur des Landes, über die Geschichte und die derzeitigen Schwierigkeiten, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Simbabwe war einst das Musterland Afrikas. Es blühte nach der Unabhängigkeit auf. Der einstige Freiheitsheld Robert Mugabe wandelte sich zum Diktator, der das Land in den wirtschaftlichen Ruin trieb. Durch einen Militärputsch und Wahlbetrug gelangte Emerson Mnangagwa an die Macht. Die Wirtschaft erreichte einen Tiefpunkt, das Land ist gezeichnet von Terror und Korruption und inzwischen eins der höchst verschuldeten Länder der Erde. Der WGT setzt sich für eine Teilentschuldung des Landes ein, wofür an dem Abend Unterschriften gesammelt wurden. Das so gesparte Geld soll in einen Fonds für Gesundheitsprogramme fließen, die der Bevölkerung zugute kommen. In Gerhausen hatten sich rund zwanzig Frauen in unserem neu umgebauten Gemeinde- haus versammelt. Hanna Gillich von der katholischen Gemeinde besucht regelmäßig den WGT. „Die Liturgie hat mich heute sehr berührt. Die Lieder waren schön und ein- fach mitzusingen. Auch die Situation der Frauen in Simbabwe hat mich bewegt. Sie haben so ein schweres Leben“, sagte die 67jährige. „Ich verstehe nicht, dass in einem Land mit so vielen Bodenschätzen die Bevölkerung so arm ist.“ Sie bedankte sich ausdrücklich beim Vorbereitungsteam für das gemeinsame Feiern. Nur fand sie es etwas schade, dass so wenige Frauen gekommen waren. Diese saßen bei Gebäck und Tee noch gesellig zusammen. Viele lobten den Umbau des Gemeindehauses, alles sei sehr ansprechend geworden. M. Autenrieth-Kronenthaler 

Goldene Konfirmation

Foto: Marianne Söll

Am Sonntag 8. März 1970 konfirmierte uns Pfarrer Schendel in der Ev. Kirche in Gerhausen. Wir waren 31 Konfirmandinnen und Konfirmanden der Jahrgänge 1955/56. Auf den Tag genau, am Sonntag 8. März 2020, feierten wir im kleinen Kreis unsere „Goldene Konfirmation“ mit einem festlichen Gottesdienst am Sonntag Reminiscere (Gedenke) mit unserem Pfarrer Johannes Mack. Musikalisch wunderschön umrahmt von der Kantorei Blaubeuren und dem Posaunenchor Blaubeuren-Gerhausen.

Wir erinnerten uns an den Konfirmandenunterricht mit Pfarrer Schendel. Seinerzeit ein junger Pfarrer, mit dem man gut diskutieren konnte und der wunderbar Gitarre spielte. „Ein Schiff das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit“ war ein Lied, das wir besonders gern gesungen haben. Der Unterricht fand im alten Pfarrhaus in der Hauptstraße statt. Unser Konfirmations- Gottesdienst, aufregend, da wir vieles auswendig vortragen durften, dann nachmittags die Abendmahlfeier, eine or- ganisatorische Herausforderung im Elternhaus: Kaffee vorher und Vesper nachher? Unseren Konfir- mationsspruch durften wir nicht, wie es heute üblich ist, selbst aussuchen. Er wurde uns vom Pfarrer zugesprochen und im Gottesdienst überreicht in einem schönen Bilderrahmen. Gefeiert wurde bei den meisten zu Hause, wo die Familie für das Festessen sorgte. Catering war zu dieser Zeit noch ein Fremdwort. Nach dem Gottesdienst der „Goldenen Konfirmation“ machten wir einen Spaziergang bei Sonnenschein zum „Alten Kirchle“, das wir auch besichtigen durften, weiter am „Gausgarda“ vorbei, über die Frauenbergstrasse zurück zum Auto. In Seißen saßen wir bei einem Mittagessen zusammen und haben anhand von Bildern gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht. Einige Mitkonfirmanden sind weiter weggezogen, zwei leider schon verstorben. 50 Jahre sind eine lange Zeit, die Zeit der Familiengründung, die Zeit des Arbeits- und Berufslebens. Nun sind die meisten von uns bald oder bereits im Ruhestand. Irgendwie sind wir uns - könnte man meinen - ähnlicher geworden. An unsere Konfirmation vor 50 Jahren haben wir uns gern erinnert. Ein besonderer Sonntag mit schönen Begegnungen. Marianne Söll